Die Ausschreibung für den 56. Wettbewerb "Jugend musiziert" 2019 gibt's hier zum Herunterladen als pdf

Die Kategorien 2019:
Solowertungen:
Streichinstrumente
Akkordeon
Percussion
Mallets
Gesang (Pop)

Ensemblewertungen:
Duo: Klavier und ein Blasinstrument
Klavier-Kammermusik
Vokal-Ensemble
Zupf-Ensemble
Harfen-Ensemble
Besondere Besetzungen: Alte Musik
Besondere Instrumente

Häufig gestellte Fragen

Wie wird die Altersgruppe ermittelt?

Ausschlaggebend für die Zuordnung in eine Altersgruppe ist das Geburtsdatum. Bei der Ensemblewertung können die Spielpartner verschiedenen Altersgruppen angehören. Ausschlaggebend für die Zuordnung in eine Altersgruppe ist das Durchschnittsalter, das nach den genauen Geburtsdaten der Teilnehmenden errechnet wird. Begleiterinnen und Begleiter der Solo- und Ensemblewertung sind dabei nicht zu berücksichtigen.
Eine Excel-Tabelle zur Berechnung der Altersgruppe: Download als xls.(Bitte zunächst auf dem eigenen Rechner speichern und von der Festplatte aus öffnen.)
Dieses Modul dient jedoch nur als Hilfsmittel zur Altersgruppenberechnung. Ob die errechnete Altersgruppe für die entsprechende Kategorie zugelassen ist, muss an Hand der Ausschreibungsbedingungen vom Teilnehmenden überprüft werden.


Wie sind „langsame und schnelle Teile“ zu verstehen?

Je nach Kategorie muss das Wettbewerbsprogramm mindestens einen langsamen Teil enthalten.

Mit „langsam“ sind Tempobezeichnungen wie „Adagio“, „Largo“ oder auch „Andante“ gemeint. Jedoch geht es nicht nur um das Tempo eines Satzes, sondern auch um den ruhigen Charakter: Er soll der Spielerin/dem Spieler Gelegenheit geben, seine Tonqualität, seine Fähigkeit zum kantablen Spiel und zum persönlichen Ausdruck unter Beweis zu stellen.

 Aber was ist ein „Teil“? Es ist eine längere Musikstrecke; einige wenige Takte, eine bloße Überleitung, genügen dafür nicht. Zwar heißt dies nicht, dass er vom Rest des Werks durch Pausen getrennt sein muss: Es gibt viele Musikstücke, bei denen ein schneller Teil bruchlos („attacca“) in einen langsamen übergeht – und dennoch ist der langsame Teil so individuell und gehaltvoll, dass an seiner Alleinstellung nicht zu zweifeln ist. Die Hauptsache ist, dass er sich merklich von dem „Davor“ oder „Danach“ unterscheidet und ein in sich abgerundetes, eigenständiges Gebilde darstellt.


Popmusik: Was ist der Unterschied zwischen Komposition, Improvisation und Solo?

Vor dem Hintergrund, dass in der populären Musik Autor und Interpret oft ein und dieselbe Person sein können, bieten die Pop-Kategorien (Gesang, Gitarre, Bass, Drum-Set) folgende Möglichkeiten, Kreativität und Fantasie einzubringen: In den Altersgruppen IV und VI (Gesang VII) muss mindestens einer der Titel ein eigenes Werk (Komposition) oder eine Improvisation sein. Mit „Komposition“ ist ein Titel in einer der populären Musik üblichen Formen (z. B. die 32-taktige Liedform (AABA), oder das 12-taktige Blues-Schema) gemeint, dessen Melodie und Text vom Teilnehmenden stammen. Im Gegensatz zum „Solo“, das in der Regel nur ein kurzes (instrumentales) Zwischenspiel in einem Popsong darstellt, ist mit „Improvisation“ das ausführliche musikalische Fantasieren über ein Thema gemeint, das in einer melodischen, rhythmischen oder harmonischen Grundform vorgegeben ist.


Duo: Klavier und ein Blasinstrument

„Duo“, definiert Gerhard Dietels „Wörterbuch der Musik“ (Deutscher Taschenbuch Verlag, 2000), als „Musiziergemeinschaft von zwei Instrumentalisten“ (oder im Falle der Duowertung Klavier und Gesang von einem Instrumentalisten und einer Sängerin oder einem Sänger). Dies sollte bei der Literaturauswahl und im Spiel deutlich werden. Die Jury wird nicht in erster Linie die jeweilige Qualität der beiden Spielpartner bewerten, sondern großes Gewicht auf die gemeinschaftliche Interpretation und den lebendigen Dialog legen. Beste Voraussetzungen für eine künstlerische Leistung dieser Art bieten Werke, die an beide Partner vergleichbare Ansprüche stellen, das heißt beiden „Stimmen“ im musikalischen Dialog gleiches Gewicht zumessen.

Beispiele für eine gelungene Auswahl sind in diesem Sinne die Sonaten von Hindemith, Poulenc und Saint-Saëns sowie Werke von Bozza. Ungeeignet für die Duo-Wertung sind dagegen Stücke, die als virtuose „Show pieces“ für das Melodieinstrument angelegt sind – etwa Werke von Henri Rabaud, Alamiro Giamperi, Johann Wenzel Kalliwoda und James Waterson oder ähnliche, die eine gute Wahl für die jeweiligen Solo-Kategorien sind, aber die Voraussetzungen eines Duos nicht erfüllen: Hier ist das Klavier im Wesentlichen nur Akkordlieferant bzw. unterstützender Begleitpartner.

In dieser Kategorie sind nur Originalwerke zugelassen. Ausgeschlossen sind daher Konzerte oder Konzertsätze für das Melodieinstrument, bei denen das Klavier den Orchesterpart ersetzt. Falls die Duo-Kategorie eine Komposition für Melodieinstrument mit basso continuo, wie z.B. Werke von Bach, Händel oder anderen Komponisten von Barockmusik, vorgetragen werden soll, ist es daher entscheidend, mit wie viel Lebendigkeit und Phantasie der Continuo-Spieler seine Stimme gestaltet – im Idealfall durch geschmackvolle Verzierungen oder improvisierte Elemente. Deshalb muss darauf geachtet werden, welche Ausgabe benutzt wird: Dies soll im Sinne der oben aufgelisteten Möglichkeiten sinnvoll gewählt werden, um dem Spieler so viel „freie Hand“ wie möglich zu gestatten.

"Jugend musiziert" hat als Orientierungshilfe eine beispielhafte Vorschlagsliste von Duo-Literatur erarbeitet, die hier zu finden sind. Die hier aufgeführten Werke haben sich als bestens geeignet erwiesen. Man muss aber keine Komposition aus dieser Liste spielen: Sie soll lediglich die Richtung zeigen, in die sich eine zum Erfolg führende Literaturauswahl bewegen soll.


Entspricht mein Programm den Wettbewerbsregeln?

Die Einhaltung der Wettbewerbsregeln liegt in der Verantwortung des Teilnehmenden. Dies wird in der Teilnahmeanmeldung vom Teilnehmenden selbst, von einer erziehungsberechtigten Person sowie von der Lehrkraft  per Unterschrift bestätigt („Die Teilnahmebedingungen und die Entscheidungen der Jury werden anerkannt“). Die Regelkonformität unterliegt auf jeder Wettbewerbsebene einer eigenen Prüfung. Die Tatsache, dass z.B. die Einbeziehung eines bestimmten Werks im Regionalwettbewerb nicht beanstandet wurde, bedeutet nicht zwangsläufig, dass dieses auch auf der nächsthöheren Wettbewerbsebene zugelassen wird. 

Es besteht die Möglichkeit, vor Anmeldung sein Programm bei der Bundesgeschäftsstelle "Jugend musiziert" überprüfen zu lassen.


Kann ein gesamtes Solokonzert im Programm gespielt werden?

Wenn die Forderung nach mehreren Epochen erfüllt wird und die Vorspielzeit nicht überschritten wird: Ja.


Zu welcher Stilepoche gehört dieses oder jenes Werk?

In vielen Fällen kann die Zuordnung eines Werkes zu einer der sechs Stilepochen nicht allein nach Entstehungsjahr oder allgemeiner Zugehörigkeit der Komponistin oder des Komponisten zu einer Zeitepoche beantwortet werden. Vielmehr ist oft eine Sachentscheidung nach der beim speziellen Werk angewandten Kompositionstechnik erforderlich. So können z. B. viele Werke der Söhne Johann Sebastian Bachs in ihrer auf dem Basso continuo aufbauenden Machart noch der Epoche b („Barock“) zugeordnet werden, andere Werke derselben Komponisten weisen aber viel mehr Eigenarten der „klassischen“ Epoche c auf und müssen als solche angesehen werden.


Welche Werke sind mit der Epochenbezeichnung „f“ gemeint?

Gemeint sind Kompositionen ab 1910, die in mindestens einer musikalischen Eigenschaft (beispielsweise tonal, thematisch, motivisch, metrisch, formal, spiel- oder gesangstechnisch oder in der Notation) von der Tradition deutlich abweichen.


Muss ich auswendig singen oder spielen?

Nein. Auswendigspiel wird nicht gefordert und auch nicht gesondert bewertet, Ausnahmen regeln die jeweiligen Kategorieanforderungen. Natürlich kann Auswendigspiel die Freiheit des künstlerischen Vortrages unterstützen. Bitte besprich diese Frage mit der Lehrkraft. Wer sich ohne Noten unsicher fühlt, sollte keinesfalls darauf verzichten.


Wie schwer müssen die Vorspielstücke sein?

Genauso schwer oder leicht, dass sie gut zu bewältigen sind. In der Regel gilt: lieber etwas leichter und hervorragend als zu schwer und mühsam.


Darf ich mein Programm zwischen den Wettbewerben ändern?

Ja, allerdings muss der Veranstalter der kommenden Runde (also der Landesausschuss für den Landeswettbewerb oder die Bundesgeschäftsstelle in München für den Bundeswettbewerb) rechtzeitig schriftlich und vollständig darüber informiert werden. Die Fristen stehen im Ausschreibungstext unter Punkt VI.8.


Wo bekomme ich Notenkataloge?

Um Lehrkräfte und interessierte Jugendliche bei der Suche nach geeigneter Spielliteratur zu unterstützen, stellt die Bundesgeschäftsstelle "Jugend musiziert" Literatur-Empfehlungslisten zur Verfügung (nähere Infos über www.jugend-musiziert.org).

Die Werke in diesen Listen wurden in Zusammenarbeit mit der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen, dem Verband deutscher Musikschulen (VdM) und weiteren Fachverbänden erstellt und sind nach Musikepochen und Schwierigkeitsgraden ausgewiesen.


Darf ich aus kopierten Noten vorspielen?

Aufgrund des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) ist die Verwendung von Kopien geschützter Werke / geschützter Ausgaben verboten.


Welche Instrumente muss ich selbst mitbringen?

Für Flügel, Klaviere oder Orgeln sorgt der Veranstalter. Alle anderen Instrumente (also z.B. Harfe, Cembalo, Kontrabass oder Schlagzeug) müssen mitgebracht werden. Es empfiehlt sich allerdings eine frühzeitige Kontaktaufnahme beim Veranstalter des Wettbewerbes, da an zahlreichen Orten auch ein Cembalo vorhanden ist und benutzt werden darf. Unbedingt die Stimmung vorher klären! Auch Perkussionsinstrumente können manchmal gestellt werden. Lieber einmal mehr nachfragen!


Dürfen Bearbeitungen gespielt werden?

Grundsätzlich ist Originalliteratur erwünscht. Wenn bei einzelnen Instrumenten oder Besetzungen die geforderte Epochenvielfalt mangels Kompositionen nicht erreicht werden kann, dürfen auch geeignete Bearbeitungen in das Programm aufgenommen werden. Ausnahmen regeln die jeweiligen Kategorieanforderungen.


Darf ich zwischen den Wettbewerbsebenen meine Instrumentalbegleitung wechseln?

Ja. Denn in Kategorien mit Instrumentalbegleitung können sich alle Solistinnen und Solisten bzw. Gesangsensembles ihre Begleitpartner auf jeder Wettbewerbsebene frei wählen. Allerdings ist von „Jugend musiziert“ erwünscht, dass die musikalische Partnerschaft – möglichst mit jugendlichem Begleitpartner – für alle Wettbewerbsebenen angelegt ist. Die Fristen für den Wechsel einer Begleitpartnerin oder eines Begleitpartners, siehe Teilnahmebedingungen VI.8


Darf ich als Instrumentalbegleiter auf der nächsten Wettbewerbsebene teilnehmen, auch wenn ich vorher weniger als 23 Punkte erreicht habe oder gar nicht teilgenommen habe?

Ja. Begleitpartner können grundsätzlich auf allen Wettbewerbsebenen teilnehmen und einsteigen. Natürlich müssen die Spielpartner weitergeleitete Teilnehmerinnen und Teilnehmer sein.


Ich habe als Instrumentalbegleiter beim Regional- bzw. Landeswettbewerb 23 Punkte oder mehr erreicht. Habe ich damit einen Anspruch auf eine Teilnahme auf der nächsthöheren Ebene?

Nein. Deshalb wurde Dir auf Deiner Urkunde auch keine „Berechtigung zur Teilnahme“ an der nächsthöheren Wettbewerbsebene zuerkannt.


Dürfen andere als die angegebenen Instrumente begleiten?

Nein. Lediglich die in der Ausschreibung genannten Instrumente dürfen gespielt werden.


Wer wählt die Jurorinnen und Juroren aus?

Die Jurys werden von den veranstaltenden Ausschüssen (Regional-, Landesausschuss oder Projektbeirat), zum Teil auf Grund von Vorschlägen aus den Fachverbänden, zusammengestellt.


Wie weit darf mich meine Lehrkraft während des Wertungsspiels unterstützen?

Bei "Jugend musiziert" handelt es sich um einen Interpretationswettbewerb, der jungen Musikerinnen und Musikern dazu dient, eine künstlerische Standortbestimmung im Vergleich mit anderen zu ermöglichen. Sie sollen Gelegenheit erhalten, sich künstlerisch selbst darzustellen und eigenverantwortlich zu bewähren. Daher stellt jedwede Unterstützung während des Vorspiels eine Einflussnahme auf die Interpretation dar und ist unerwünscht.


Besondere Lernleistungen

Die Teilnahme an "Jugend musiziert" kann als besondere Lernleistung im Abitur gewertet werden. Die Handhabung in den jeweiligen Bundesländern ist unterschiedlich. Es empfiehlt sich, sich an die Schulen, Landesausschüsse und ggf. an die Kultusministerien der jeweiligen Länder zu wenden.


Gastwertung

Nimmt ein/e Musiker/in aus unabweisbaren Verhinderungsgründen an einem Regionalwettbewerb teil, der nicht im Einzugsbereich seines Hauptwohnsitzes liegt, gilt diese Teilnahme als Gastwertung. Das Ergebnis einer Teilnahme als Gast wird jedoch im Einzugsbereich des Regionalausschusses am Hauptwohnsitz dokumentiert. Erfolgt nach erfolgreicher Teilnahme eine Weiterleitung zur nächst höheren Wettbewerbsebene, also dem Landeswettbewerb, so meldet der im Einzugsbereich des Teilnehmenden liegende Regionalausschuss die Weiterleitung dem zugehörigen Landesausschuss. Unabhängig davon, wo man als Gast am Regionalwettbewerb teilgenommen hatte, erfolgt die Teilnahme am Landeswettbewerb wieder im eigenen Bundesland, also dem Bundesland, in dem der Hauptwohnsitz liegt. Ähnliches gilt für die gastweise Teilnahme an einem Landeswettbewerb: Nach Abschluss der Teilnahme meldet der gastgebende Landesausschuss dem entsendenden Landesausschuss das Ergebnis. Gegebenenfalls sorgt dann der entsendende Landesausschuss für die Weiterleitung zum Bundeswettbewerb.