58. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ trotzt der Corona-Pandemie

2.250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzen ein starkes Lebenszeichen für die Musik.

Der 58. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, ein Projekt des Deutschen Musikrates, ist in Bremen und Bremerhaven zu Ende gegangen. Coronabedingt war ein öffentlich durchgeführter Bundeswettbewerb 2021 mit Teilnehmenden in Präsenz nicht möglich. 140 Jurorinnen und Juroren aus dem gesamten Bundesgebiet bewerteten unter strengen Hygienevorgaben vom 20. bis 26. Mai 1.730 Videos, die von 2.250 für den Bundeswettbewerb qualifizierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Solo- und Duo-Kategorien eingereicht worden waren. Insgesamt wurden 437 erste Preise, 652 zweite Preise und 599 dritte Preise vergeben. Darüber hinaus erhalten ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer Sonderpreise im Gesamtwert von 180.000 Euro.

„Mit der Durchführung des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ haben wir gemeinsam ein starkes Lebenszeichen für die Musik und deren Bedeutung in unserem Leben gesetzt. Das tat sehr gut! Die eingereichten Videos bescherten uns einen Einblick in die Vielfalt der Herkünfte unserer Teilnehmenden: Wir waren oft sehr privat zu Gast in Wohnzimmern, Kinderzimmern, Musikzimmern, Musikschulen, Hochschulen, Kirchen, Musikläden oder Gemeindesälen. Juroren freuten sich über fachlichen Austausch, die Technik funktionierte, auch Handy-Aufnahmen wurden geschätzt, wir hörten sie wie historische Aufnahmen, die ja auch erst bei liebevoll abstrahierendem Hinhören ihren Zauber entfalten“, zieht Prof. Ulrich Rademacher, der Beiratsvorsitzende und Vorsitzende der Gesamtjury von „Jugend musiziert“, Bilanz.

Projektleiterin Ulrike Lehmann ist „sehr glücklich, welche Reichweite der Bundeswettbewerb ‚Jugend musiziert‘ 2021 letztendlich entfalten konnte. Gemeinsam mit allen Verantwortlichen in der Hansestadt Bremen, Bremerhaven und auch im Landesmusikrat Bremen ist uns unter diesen ungewöhnlichen Umständen ein wunderbarer Bundeswettbewerb gelungen. Uns allen ist jedoch bewusst, wie sehr die Präsentation auf einer Bühne, der Applaus, die Atmosphäre im Konzertsaal von allen Beteiligten vermisst werden. Deshalb ist der zweite Teil des Bundeswettbewerbs als Präsenzwettbewerb geplant. Dann haben alle Interessierten die Möglichkeit, die Wertungsspiele der Schlagzeug-Ensembles und großen Besetzungen zu besuchen und die phantastischen musikalischen Leistungen live zu erleben.“

Die Musikerinnen, Musiker und alle Interessierten konnten den Bundeswettbewerb digital verfolgen: JumuTV streamte mit täglich rund 5 Stunden Sendezeit den Bundeswettbewerb 2021 in seiner ganzen Vielfalt. Mit Beiträgen der Gastgeberstädte, Mitmach-Videos zu Musikergesundheit, Ergebnisbekanntgaben und Ausschnitten aus Wertungsspiel-Videos. JumuTV startete mit dem live gestreamten Konzert der Bremer Philharmoniker unter der Leitung von Stefan Klingele mit der Geigerin Karin Tilch und dem Cellisten Gustav Rivinius. Bereits an diesem ersten Abend wurde die Seite 2.700 Mal aufgerufen und die hohen Klickzahlen hielten sich über den gesamten Wettbewerbszeitraum.

Neben der Auszeichnung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, erhöhen rund 40 Stiftungen und Institutionen die Attraktivität der Teilnahme an „Jugend musiziert“: mit ihren vielfältigen Stiftungszwecken und Förderprofilen wird eine punktgenaue und individuelle Förderung herausragender Musikerinnen und Musiker möglich. Sonderpreise im Gesamtwert von 180.000 Euro standen dieses Jahr bereit, beispielsweise der mit 5.000 Euro dotierte Sonderpreis für Familienensembles der Sparkassen-Finanzgruppe, der den beiden Brüdern Frederik von Wrochem und Henrik von Wrochem verliehen wurde, die attraktiven Jahresstipendien der Jürgen-Ponto-Stiftung oder der Eduard-Söring-Preis, den die Deutsche Stiftung Musikleben auslobt. Die Preisträger der Sonderpreise und Förderungen werden in den kommenden Wochen ermittelt.

Der 58. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ für die Kategorien „Schlagzeug-Ensemble“ und „Besondere Besetzungen mit Werken der Klassik, Romantik, Spätromantik und Klassischen Moderne“ soll vom 9. bis 12. September 2021 in Bremen als Präsenzwettbewerb stattfinden.

WESPE – das Wochenende der Sonderpreise 2021 findet am 17. und 18. September in Regensburg, der WDR 3 Klassikpreis der Stadt Münster am 25. und 26. September in Münster/Westfalen statt.

Der 59. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ wird vom 2. bis 9. Juni 2022 in Oldenburg zu Gast sein.

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